Ein Foto verschickt, 50 Euro

Schnell ein Strandfoto nach Hause schicken – das kann unerwartet teuer werden. Ganz besonders bei Reisen außerhalb der EU. Die Stiftung Warentest hat 22 Anbieter verglichen.


Handyfoto aus dem Urlaub: Knipsen und zahlen

David Freigner/ iStockphoto/ Getty Images

Handyfoto aus dem Urlaub: Knipsen und zahlen

Dienstag, 14.05.2019  
15:00 Uhr

Die Rechnung bekommt man erst hinterher, doch dann weicht einem die Urlaubsbräune mitunter ziemlich schnell aus dem Gesicht. 50 Euro für den nach Hause geschickten Schnappschuss vom Strand!

Was hätte man stattdessen mit dem Geld alles machen können. Mitbringsel shoppen, einmal mehr essen gehen, eine Massage buchen. Auch das dreiminütige Hallo-mir-geht’s-gut-ja-das-Wetter-ist-auch-toll-Telefonat nach Hause war seine fast 20 Euro nicht wert. Das Smartphone außerhalb der EU zu zücken, kann nachträglich ziemliche Lücken in die Urlaubskasse reißen.

Damit es nach der nächsten Reise keine teuren Überraschungen gibt, hat sich die Stiftung Warentest die Preise wichtiger Mobilfunkanbieter in beliebten Urlaubsländern genauer angesehen. Das Ergebnis: Die Preise sind oft hoch, die Unterschiede sind enorm.

Wer etwa in Indonesien oder Sri Lanka unterwegs ist, zahlt bei Vodafone bis zu 6,70 Euro pro Gesprächsminute. Mit 99 Cent pro Minute bleiben dort hingegen Kunden von Aldi Talk, Blau, Nettokom und Laufzeitkunden von 1&1 im Telefónica-Netz mit der Heimat in Kontakt – und sind damit die günstigsten unter den 22 verglichenen Anbietern. Prepaid-Kunden von Lidl Connect (Vodafone) zahlen für abgehende Gespräche aus den USA oder Kanada pro Minute 2,29 Euro und damit den teuersten Tarif. Bei Aldi Talk oder Blau (beide Telefónica) kostet die Transatlantik-Verbindung 0,99 Euro.

“Teils haarsträubend sind die Preise, die einige Mobilfunkanbieter für die mobile Datennutzung nehmen”, warnt Stiftung Warentest. Klarmobil verlangt in Ländern wie Ägypten oder Australien von seinen Prepaid-Kunden für ein Megabyte (MB) Daten mehr als 34 Euro und ist damit Spitze. Fünf Megabyte verbraucht bereits ein zehnminütiges Youtube-Video – in niedrigster Qualität wohlgemerkt. Das Verschicken eines einzelnen Fotos kann bis zu drei MB verbrauchen. Aldi Talk, Blau oder Nettokom berechnen dagegen aus den beiden Ländern nur 99 Cent pro Megabyte.

Die Stiftung Warentest rät allen, die im Nicht-EU-Ausland unterwegs sind und ihr Handy stark nutzen wollen, sich vorab beim Anbieter über die Bedingungen zu informieren und gibt fünf Tipps mit auf die Reise:

  • Kostenfalle Mailbox: Am besten man schaltet sie vor der Reise aus. Eingehende Anrufe verursachen Kosten, das Abhören in einigen Fällen auch.
  • WLAN-Telefonate: Mit Messengerdiensten wie FaceTime, Skype, Telegram und WhatsApp sind über WLAN kostenlose Telefonate mit Teilnehmern möglich, die denselben Dienst nutzen. Skype bietet die Option, ein Guthabenkonto anzulegen und für Cent-Beträge in fremde Netze zu telefonieren. Möglich ist es dort auch, sich eine Extra-Telefonnummer zuzulegen und so die Kosten für eingehende Anrufe zu reduzieren.
  • Offline-Karten: Navigationssysteme fressen jede Menge Datenvolumen. Eine Alternative dazu sind Offline-Karten wie Google Maps oder Maps.me, die ohne mobile Daten funktionieren. Sie lassen sich vorab im WLAN runterladen.
  • Speicher füllen: Besonders hoch ist der Datenverbrauch beim Streamen von Videos. Reisende, die etwa Netflix gucken möchten, laden sich die Folgen im WLAN herunter und speichern sie auf ihrem Smartphone oder Tablet – und löschen sie später wieder. Falls Speicherplatz knapp ist, lohnt sich der Kauf eines externen Speichersticks.
  • Extrakarte: Bei längeren Aufenthalten außerhalb der EU ist es sinnvoll, sich eine extra Reise-SIM-Karte zu besorgen. Das geht in vielen Ländern vor Ort, bequemer ist es, sie sich vorab von Anbietern wie Holidayphone, Lufthansa Mobile oder Travelsim nach Hause schicken zu lassen.


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