EU-Kommission verhängt Milliardenstrafe gegen Großbanken

Fremde Währungen sind der Schmierstoff der Finanzwelt, Verbraucher und Firmen brauchen sie für Auslandsgeschäfte. Beim Devisentausch sprachen sich Banken illegal ab – eine kommt ohne Strafe davon.


Bankenviertel in London (Archivbild)

Hannah McKay / REUTERS

Bankenviertel in London (Archivbild)

Donnerstag, 16.05.2019  
13:57 Uhr

Wegen unerlaubter Kartellabsprachen hat die EU-Kommission eine Milliardenstrafe gegen fünf Großbanken verhängt. JPMorgan, Barclays, RBS, Citigroup und die japanische Mitsubishi UFG müssten insgesamt 1,07 Milliarden Euro zahlen, teilten die Wettbewerbshüter in Brüssel mit.

Die Kommission sah es als erwiesen an, dass Währungshändler für die Banken sensible Informationen und Handelsabsichten austauschten und ihre Strategien von Zeit zu Zeit über Internetchats koordinierten. Dabei ging es um Umtauschgeschäfte unter anderem in Euro, US-Dollar und Schweizer Franken.

“Beim Umtausch von Geld für Auslandsgeschäfte sind Unternehmen und Privatpersonen auf Banken angewiesen”, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. “Der Devisenkassamarkt, der weltweit zu den größten Märkten zählt, weist ein Handelsvolumen von mehreren Milliarden Euro pro Tag auf.” Insgesamt liegt der Devisenmarkt-Umsatz weltweit sogar bei mehreren Billionen Euro täglich.

Die Schweizer Großbank UBS kommt straffrei davon, da sie die illegalen Absprachen gemeldet hat. In einem anderen Fall droht jedoch auch ihr eine Geldbuße: Von diesem Donnerstag an geht das Landgericht Mannheim der Frage nach, ob die UBS Deutschland AG und deren Rechtsnachfolger in den Jahren 2001 bis 2012 deutsche Kunden dabei unterstützten, den Fiskus zu hintergehen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte für UBS eine Geldbuße von 83 Millionen Euro beantragt. Im Februar musste der Mutterkonzern in Frankreich eine Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro zahlen.


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