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Konflikt mit Teheran: US-Regierung streitet über Geheimdiensterkenntnisse zu Iran

Die USA verstärken ihre Militärpräsenz am Persischen Golf und ziehen Diplomaten aus dem Irak ab. Doch wie ernst ist die Bedrohung durch Iran wirklich? Darüber gehen die Meinungen in DC weit auseinander.


Donald Trump und John Bolton: Verfolgen sie in der Iran-Frage einen gemeinsamen Kurs?

REUTERS/Carlos Barria

Donald Trump und John Bolton: Verfolgen sie in der Iran-Frage einen gemeinsamen Kurs?


Fotos von Raketen auf kleinen Booten im Persischen Golf sollen ein wichtiger Grund dafür sein, dass die USA in den vergangenen Tagen vor einer wachsenden Bedrohung durch Iran gewarnt haben. Die Bilder sollen in Washington die Befürchtung geweckt haben, die iranischen Revolutionswächter könnten diese Raketen auf US-Kriegsschiffe abfeuern. Das berichtet die “New York Times” unter Berufung auf drei US-Regierungsbeamte.

Doch offenbar gehen im Weißen Haus, im Pentagon, bei der CIA und bei den Verbündeten der Vereinigten Staaten die Meinungen darüber auseinander, wie ernst die Bedrohungslage tatsächlich ist und was Iran wirklich plant. Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo bewerten die Geheimdiensterkenntnisse demnach so, dass Iran Angriffe auf US-Einrichtungen plane.

Andere hochrangige Regierungsbeamte, Abgeordnete von Republikanern und Demokraten im US-Kongress und europäische Bündnispartner ordnen die Geheimdienstinformationen offenbar anders ein: Sie sehen darin defensive Schritte des Regimes in Teheran angesichts von Provokationen aus Washington.

USA haben bisher keinen Beleg dafür, dass Iran Handelsschiffe sabotierte

Auch Trump selbst soll laut “Washington Post” eher zur Zurückhaltung mahnen. Er fürchte demnach, von Bolton und Pompeo in eine militärische Konfrontation mit Iran hineingezogen zu werden. Das würde seinem Versprechen entgegenlaufen, kostspielige und verlustreiche Kriege zu beenden.

CIA und Pentagon halten die betreffenden Bilder bislang geheim. Auf einem Foto soll eine Dau zu sehen sein, ein traditionelles Holzsegelboot, das angeblich eine einsatzbereite iranische Rakete transportiert. Andere Bilder sollen zeigen, wie die Revolutionsgarden – das militärische Rückgrat des iranischen Regimes – in mehreren iranischen Häfen Raketen auf Boote laden.

Zudem wollen US-Geheimdienste von Gesprächen zwischen den Revolutionswächtern und ausländischen Milizen erfahren haben, in denen sie sich konkret über Anschläge auf amerikanische Ziele ausgetauscht haben sollen.

Regierungsbeamte von westlichen Bündnispartnern der USA mahnen jedoch zur Vorsicht. In der “Washington Post” verweisen sie darauf, dass Iran keine “absolute Kontrolle” über verbündete Milizen im Nahen Osten ausübe.

Laut US-Beamten sollen die Geheimdienste zudem Informationen über mögliche iranische Angriffe auf Handelsschiffe gesammelt haben. Es gebe jedoch bisher keinen schlüssigen forensischen Beleg dafür, dass Iran für die Sabotageangriffe auf vier Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate am Wochenende verantwortlich war.

Kritik an Abzug von Diplomaten aus dem Irak

In der vergangenen Woche hatte das Pentagon den Flugzeugträger U.S.S. “Abraham Lincoln” in den Persischen Golf beordert. Derzeit ist das Schiff samt Begleitflotte im Golf von Oman unterwegs, nimmt aber Kurs auf die Straße von Hormus, das Tor zum Persischen Golf.

Am Mittwoch ordnete das US-Außenministerium einen Teilabzug des Botschaftspersonals aus dem Irak an – offenbar eine Reaktion auf angebliche Hinweise über Anschlagspläne. Ein hochrangiger US-Beamter bezeichnete diese Teilevakuierung in der “New York Times” nun als “Überreaktion auf die Geheimdiensterkenntnisse”.

Trump entschied sich schon vor der Veröffentlichung der beiden Artikel zur Vorwärtsverteidigung. Er twitterte am Mittwoch, dass beide Zeitungen an Texten über Machtkämpfe innerhalb der Regierung wegen der Nahostpolitik arbeiteten. Es gebe jedoch überhaupt keine inneren Machtkämpfe.


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