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Jeremy Hunt zur Krise am Golf: Britischer Außenminister macht Iran für Öltanker-Angriff verantwortlich

Wer steckt hinter den Attacken auf Tankschiffe im Golf von Oman? Uno-Generalsekretär Guterres hält sich mit Schuldzuweisungen zurück – der britische Außenminister wird deutlicher.


Jeremy Hunt am Dienstag vor einem Kabinettstreffen in London

Chris Ratcliffe/Getty Images

Jeremy Hunt am Dienstag vor einem Kabinettstreffen in London


“Iran hat das gemacht”: Wenn es nach US-Präsident Donald Trumpgeht, steht fest, wer für die Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich ist. So sagte er es bereits dem US-Sender Fox. Teheran wies die Vorwürfe zurück.

Die britische Regierung springt Trump nun zur Seite. “Unsere eigene Einschätzung führt uns zu der Annahme, dass die Verantwortung für die Angriffe fast ganz sicher bei Iran liegt”, betonte Außenminister Jeremy Hunt in einer Erklärung seines Ministeriums. Weder ein anderer Staat noch ein nichtstaatlicher Akteur könne dafür verantwortlich sein – außer Iran. Hunt verurteilte die Attacke und rief Iran auf, alle destabilisierenden Aktivitäten zu unterlassen.

Zurückhaltender äußerte sich hingegen Uno-Generalsekretär Antonio Guterres, der vor Schuldzuweisungen eine unabhängige Untersuchung forderte. “Es ist sehr wichtig, die Wahrheit zu kennen. Und es ist sehr wichtig, dass Verantwortlichkeiten geklärt werden. Das ist natürlich nur möglich, wenn es eine unabhängige Instanz gibt, die diese Fakten überprüft”, sagte Guterres nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Abul Gheit.

US-Regierung bemüht sich um internationalen Konsens

Guterres betonte zugleich, dass er selbst keine solche Untersuchung beschließen könnte. Dafür sei der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zuständig. Das mächtigste Uno-Gremium galt in wichtigen Fragen zuletzt als zerstritten.

Ahmed Abul Gheit bezeichnete Iran als problematische Kraft in Nahost. Zur These, dass eine andere Macht Teheran die Schuld mit einem Angriff unter falscher Flagge in die Schuhe schieben wolle, sagte er: “Ich glaube nicht eine Minute, keine Sekunde, dass ein arabisches Land versucht, die Wasserwege zu behindern, und sich selbst in den Fuß schießt.” Iran ist kein arabisches Land und ist auch nicht Teil der Arabischen Liga.

Video: Aufnahmen sollen iranischen Angriff beweisen

Courtesy U.S. Military/REUTERS

Die USAwollen eine iranische Beteiligung mit einem Video belegen. Darin soll zu sehen sein, wie iranische Revolutionsgarden einen nicht explodierten Sprengsatz von der Außenwand eines Tankers entfernen.

Auch die deutsche Regierung sorgt sich offenbar um das Eskalationspotenzial der Vorfälle. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sprach in Berlinvon “außerordentlich besorgniserregenden Nachrichten”. Jede Entwicklung müsse vermieden werden, die die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter zuspitze: “Wir dürfen auf keinen Fall in eine Eskalationsspirale hineingeraten.”

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes ergänzte: “Jeder Angriff auf Schiffe stellt eine Gefahr für die internationale Schifffahrt dar und auch eine Gefährdung des Friedens.”

Nach den Worten des amtierenden Verteidigungsministers Patrick Shanahan bemüht sich die US-Regierung um einen internationalen Konsens. “Ich und Botschafter (John) Bolton und Minister (Mike) Pompeokonzentrieren uns darauf, einen internationalen Konsens mit Blick auf dieses internationale Problem zu bilden”, sagte Shanahan in Washington.

Bei den neuen Zwischenfällen nahe der Küste Irans waren am frühen Donnerstagmorgen zwei Tanker beschädigt worden. Das zweite der beiden Schiffe, die “Front Altair” einer norwegischen Reederei, geriet nach Explosionen in Brand. Die norwegische Seefahrtsbehörde sprach von einem Angriff, was die Reederei vorerst nicht bestätigte. Die genauen Umstände blieben zunächst mysteriös. Der Auswärtige Dienst der EU schloss sich den US-Schuldzuweisungen gegen Iran nicht an.


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