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Rumänien: Präsident Johannis geht als Favorit in Stichwahl

Amtsinhaber Klaus Johannis hat den ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen in Rumänien Prognosen zufolge klar gewonnen. Um Staatsoberhaupt zu bleiben, muss er allerdings eine Stichwahl gewinnen.


Klaus Johannis gibt seine Stimme in einem Wahllokal in Bukarest ab

DANIEL MIHAILESCU / AFP

Klaus Johannis gibt seine Stimme in einem Wahllokal in Bukarest ab


Rumäniens parteiloser Präsident Klaus Johannis geht als Favorit in die Stichwahl für die kommende Amtszeit. Der 60-Jährige kam bei der Präsidentschaftswahl auf 36,74 Prozent der Stimmen, teilte die Zentrale Wahlbehörde in Bukarest nach Auszählung von 64,7 Prozent der Stimmzettel mit.

Johannis verfehlte aber die für einen Sieg in der ersten Runde notwendige absolute Mehrheit und muss in zwei Wochen in einer Stichwahl gegen die Zweitplatzierte Sozialdemokratin Viorica Dancila antreten. Die Politikerin kam dem Teilergebnis zufolge mit rund 25,2 Prozent auf Platz zwei.

Johannis begrüßte das Ergebnis: “Noch nie haben die Rumänen so umfangreich und so klar gegen die PSD gewählt. Für Rumänien bedeutet dies einen enormen Schritt nach vorne”, sagte Johannis. Für die Stichwahl am 24. November rief er die Rumänen auf: “Kommt zur Wahl, damit ihr die PSD endgültig beiseitedrängt.”

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Dancila war von Januar 2018 bis vor einer Woche Ministerpräsidentin Rumäniens und war per Misstrauensvotum im Parlament gestürzt worden. Sie vertrat eine von der EU und Johannis heftig kritisierte Justizpolitik, die Kritikern zufolge korruptionsverdächtige Politiker begünstigte. Ihr Nachfolger wurde Ludovic Orban, Vorsitzender der bürgerlichen Partei PNL, die den parteilosen Johannis unterstützt.

Amtsinhaber verspricht Besserungen bei Vetternwirtschaft

Johannis’ Anhänger hoffen, dass die von der EU-Kommission kritisierten Rückschritte bei der Korruptionsbekämpfung nun wieder aufgehoben werden. Zudem versprach Johannis, zusammen mit der neuen Regierung die Vetternwirtschaft zu bekämpfen, die Infrastruktur zu verbessern, EU-Gelder besser abzurufen und die öffentlichen Dienstleistungen wie das Gesundheits- und das Bildungswesen zu reformieren.

Die Wahlbeteiligung lag bei 47,66 Prozent und damit unter jener der letzten Präsidentenwahl, die 52,31 Prozent betrug. Johannis könnte davon profitieren, dass den Angaben zufolge mehr Rumänen in Städten als in ländlichen Gebieten ihre Stimme abgaben. In Rumänien wählen Städter eher bürgerlich-liberal. Hingegen ist in den Dörfern traditionell die PSD von Dancila stark.

Eine Rekord-Wahlbeteiligung zeichnete sich bei den im Ausland lebenden Rumänen ab. 673.073 Auslandsrumänen gaben ihre Stimme ab. Anders als früher war diesmal eine Stimmabgabe per Briefwahl möglich, zudem durfte im Ausland bereits seit Freitag gewählt werden. Bei früheren Wahlen war es in Konsulaten zu Tumulten gekommen, weil der Andrang so groß war.


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