SPD nach über 70 Jahren abgelöst: Grüner Belit Onay wird Oberbürgermeister von Hannover

Erstmals seit mehr als 70 Jahren stellt die SPD nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover. Der Grüne Belit Onay gewann gegen den Christdemokraten Eckhard Scholz.


Belit Onay (2.v.r.) und seine Frau Derya Onay freuen sich über die ersten Wahlergebnisse

Sina Schuldt / DPA

Belit Onay (2.v.r.) und seine Frau Derya Onay freuen sich über die ersten Wahlergebnisse


Hannover hat einen neuen Oberbürgermeister gewählt: Der Grüne Belit Onay hat die Stichwahl gewonnen. Der Landtagsabgeordnete setzte sich mit 52,9 Prozent gegen den CDU-Bewerber und früheren VW-Manager Eckhard Scholz durch, der auf 47,1 Prozent der Stimmen kam.

Hannover ist damit nach Freiburg, Darmstadt und Stuttgart die vierte deutsche Großstadt, in der ein Grüner zum Oberbürgermeister aufrückt. Der türkischstämmige Onay ist bundesweit der erste Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund in einer Landeshauptstadt.

Zugleich stellt die SPD damit erstmals nach mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister in Hannover. Der Sozialdemokrat Marc Hansmann war im ersten Wahlgang Ende Oktober auf dem dritten Platz gelandet.

Der frühere SPD-Oberbürgermeister Stefan Schostok war nach einer Anklage wegen “schwerer Untreue” im April zurückgetreten und hatte Neuwahlen angekündigt. Der Vorwurf gegen ihn: Schostoks Büroleiter Frank Herbert soll seit 2015 unrechtmäßige Extrazahlungen neben seinem Gehalt erhalten haben – mit Wissen und Unterstützung seines Chefs. Der bestreitet die Vorwürfe.

Mainz: SPD-Politiker Ebling bleibt Oberbürgermeister

Auch in Mainz wurde an diesem Sonntag der Oberbürgermeister per Stichwahl ermittelt. Der SPD-Politiker Michael Ebling bleibt in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt im Amt. Der 52-Jährige setzte sich gegen den parteilosen Kandidaten Nino Haase durch, der unter anderem von der CDU unterstützt worden war.

Ebling erhielt im entscheidenden zweiten Wahlgang nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 55,2 Prozent der Stimmen, Haase kam entsprechend auf 44,8 Prozent. Das entspricht einem Vorsprung von knapp 7000 Stimmen für Ebling.


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