Karamba Diaby: Angela Merkel sagt SPD-Politiker Unterstützung zu

Nach dem Angriff auf das Bürgerbüro des Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem SPD-Politiker nach dessen Aussage Unterstützung zugesagt.

Am Mittwoch waren an einer Scheibe des Bürgerbüros Diabys im sachsen-anhaltischen Halle mehrere Einschusslöcher festgestellt worden. 

Merkel redete während der Debatte über die Organspende im Bundestag am Donnerstagvormittag kurz mit Diaby. Nach Gesprächen mit Annalena Baerbock (Grüne) und der ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) stand die Kanzlerin eine Weile in der letzten Reihe des Plenums mit Diaby beisammen. Dabei habe sie ihm ihre Unterstützung signalisiert, sagte Diaby später.

Der Angriff auf das Bürgerbüro des im Senegal geborenen, schwarzen Diaby hatte Bestürzung und Sorgen ausgelöst. Unbekannte hatten das Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten in Halle an der Saale angegriffen. Eine Mitarbeiterin Diabys hatte um 9:30 Uhr am Mittwoch die Löcher in der Fensterscheibe bemerkt und die Polizei informiert.

In dem Schaufenster des Bürgerbüros befinden sich fünf mehrere Millimeter große Löcher. Es handelt sich um eine Doppelscheibe, die zweite Scheibe hielt dem Angriff stand. Nach Informationen des SPIEGEL geht die Polizei derzeit davon aus, dass die unbekannten Täter möglicherweise eine sogenannte Softair-Waffe nutzten. Diese funktionieren über Druckluft und verschießen kleine Kunststoffkugeln.

Die Polizei hat allerdings noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Die Auswertung der Spuren dauere an, sagte eine Sprecherin, Polizei und Staatsschutz ermitteln. Laut Polizei wurden keine Projektile gefunden.

Diaby ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Zuvor war der SPD-Politiker Stadtrat in Halle. Seit Jahren erhält der 58-Jährige Gewalt- und Morddrohungen aus der rechtsradikalen Szene. Mehrfach wurde auch schon sein Büro angegriffen.

“In den sozialen Medien gab es immer wieder Beleidigungen und Bedrohungen gegen mich, doch dieser Angriff erreicht ein neues Level der Gewalt”, sagt Diaby dem SPIEGEL. “Ich hoffe sehr und bin zuversichtlich, dass die Polizei den Fall rasch aufklären wird.”

Unterdessen erklärte Diaby via Twitter, er sei zutiefst dankbar für die Solidarität, die er von Tausenden Menschen erhalten habe. “Ihr gebt mir Kraft und Mut.”

In einem weiteren Tweet schrieb Diaby, das Büro sei auch am Donnerstag geöffnet gewesen. Zahlreiche Bürger hätten es besucht und seinen Mitarbeitern und ihm ihre Unterstützung versichert.

Icon: Der Spiegel


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