McKinsey: Wie die Unternehmensberatung beim Flüchtlingspakt mit der Türkei abkassierte

Sie trafen in Barken und Gummibooten ein. Mehr als 850.000 Menschen, zum größten Teil Syrer, Iraker und Afghanen, hatten 2015 von der türkischen Küste kommend die Ägäis nach Griechenland überquert. Der Pakt, den die EU im März des Folgejahres – trotz zum Teil heftiger Proteste von Menschenrechtlern – mit der Türkei schloss, sollte eine Umkehr dieser Fluchtbewegung herbeiführen.

Im Gegenzug für Hilfszahlungen in Höhe von sechs Milliarden Euro, EU-Visafreiheit für die eigenen Bürger und eine Wiederbelebung der Beitrittsgespräche ging die Regierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mehrere Verpflichtungen ein: Sie würde Asylsuchende zurücknehmen, die Europa irregulär erreicht hatten, und verhindern, dass Flüchtlinge künftig so auf den Kontinent übersetzen. Das Abkommen reduzierte die Zahl der Migranten, die die Ägäis überquerten, deutlich.

Ein verlockendes Angebot aus dem Hause McKinsey

Doch in einem anderen entscheidenden Punkt stockte die Umsetzung des Deals schon bald: Bei der Bearbeitung der Asylverfahren kam es zu deutlichen Verzögerungen. Die unbearbeiteten Anträge stauten sich, die Asylsuchenden saßen auf den griechischen Inseln fest.


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