USA: Demokraten fordern Aufklärung über angebliche Prämien für Taliban-Attacken

In den USA sorgen derzeit Medienberichte für Aufsehen, wonach russische Agenten eine Art Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan ausgesetzt haben sollen. Im Fokus der Berichte steht dabei auch US-Präsident Donald Trump. Er sei demnach über die Gefahr unterrichtet worden. Zwar weisen alle mutmaßlich Beteiligten die Vorwürfe zurück, die US-Demokraten wollen jedoch Antworten.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat Aufklärung gefordert. “Der Kongress und das Land brauchen jetzt Antworten. Ich fordere daher unverzüglich eine Unterrichtung der Nachrichtendienste für alle Mitglieder des Hauses”, schrieb Pelosi in einem Brief an den Direktor der Nachrichtendienste (DNI), John Ratcliffe, sowie CIA-Chefin Gina Haspel.

Der Kongress müsse wissen, was über die erhebliche Bedrohung der amerikanischen Truppen bekannt sei und welche Möglichkeiten es gebe, Russland zur Rechenschaft zu ziehen.

Mehrere US-Zeitungen hatten sich auf Geheimdienstinformationen berufen, wonach russische Agenten militanten Islamisten von den Taliban Geld für Angriffe auf US-Stellungen versprochen haben sollen. Die Belohnungen seien für die Tötung ausländischer Soldaten, darunter auch Briten, in Aussicht gestellt worden. Anders als in den Medien berichtet, will Präsident Trump darüber nicht informiert worden sein. Auf Twitter schrieb er, er sei nicht unterrichtet worden, weil die Geheimdienste die Informationen nicht als glaubhaft eingestuft hätten.

CIA soll Informationen bestätigt haben

“Es stellen sich folgende Fragen: Wurde der Präsident unterrichtet, und wenn nicht, warum nicht, und warum wurde der Kongress nicht unterrichtet?”, schrieb Pelosi in ihrem Brief weiter. Der “Washington Post” zufolge hatte die CIA die Informationen über das russische Kopfgeld untersucht und “bestätigt”. Eine Reaktion der US-Regierung sowie Maßnahmen gegen Russland in der Sache sind nicht bekannt, obwohl intern über das weitere Vorgehen diskutiert worden sei.

Auch der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, forderte eine Unterrichtung der Parlamentarier. “Wir müssen wissen, ob Präsident Trump über diese Informationen unterrichtet wurde, und wenn ja, wann.”

Der Kreml bezeichnete die Medienberichte in den USA als Lüge. Die “größten, verehrten und hochklassigen Massenmedien der Welt hören seit Jahren nicht auf, absolute ‘Enten’ zu verbreiten”, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow der Agentur Interfax zufolge. “Die Behauptungen sind eine Lüge.” Zugleich verwies er auf Präsident Trump, der die Vorwürfe ebenfalls als “Fake News” zurückgewiesen hatte. Auch die Taliban weisen die Vorwürfe zurück.

Icon: Der Spiegel


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