Trump beleidigte Merkel

Der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet, dass US-Präsident Donald Trump sich gegenüber anderen Staatschefs ungewöhnlich verhält. Er sei regelmäßig unvorbereitet in Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gegangen. Weibliche Staatschefinnen habe er beleidigt – seine “bösartigsten Angriffe” hätten demnach Kanzlerin Angela Merkel und der damaligen britischen Premierministerin Theresa May gegolten. Das berichtete der Sender unter Berufung auf zwei von mehreren namentlich nicht genannten Geheimdienstbeamten und Quellen aus dem Weißen Haus.

Trump soll Merkel am Telefon als “dumm” bezeichnet und sie beschuldigt haben, “unter dem Einfluss der Russen zu stehen”, zitierte CNN eine Quelle. Merkel sei nach außen hin gelassen geblieben und habe Trump Fakten entgegengehalten. Ein deutscher Regierungsbeamter habe die Anrufe CNN gegenüber als “ungewöhnlich” und “problematisch” bezeichnet, weswegen Berlin besondere Maßnahmen ergriffen habe, um sicherzustellen, dass ihr Inhalt geheim bleibe. Ein deutscher Regierungssprecher wollte den CNN-Bericht nicht kommentieren.

Bolton warf Trump in seinem Buch vor, in der Außenpolitik aus dem Bauchgefühl heraus zu agieren

“Präsident Trump ist ein Weltklasse-Verhandlungsführer, der die Interessen Amerikas auf der Weltbühne konsequent gefördert hat”, erklärte die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Matthews, auf Anfrage. Sie führte an, dass Trump Handelsabkommen mit China sowie mit Mexiko und Kanada ausgehandelt habe. Auf Trumps angebliche Ausfälle gegen Merkel ging sie nicht ein.

Trump wird von Kritikern, darunter früheren Regierungsmitarbeitern, immer wieder als selbstbezogen und erratisch beschrieben. Zuletzt hatte sein früherer Sicherheitsberater John Bolton mit einem Enthüllungsbuch für Wirbel gesorgt, in dem er Trump Unwissenheit in der Außenpolitik vorwarf.

Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juli 2019 am Telefon zu Ermittlungen ermuntert, die seinem politischen Rivalen Joe Biden potenziell schaden könnten. Die Ukraineaffäre stand im Zentrum des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump, das mit einem Freispruch endete.

Icon: Der Spiegel


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