Vorfall in St. Louis, USA: Bewaffnetes Ehepaar bedroht Demonstranten

Diese Bilder wurden mittlerweile millionenfach im Netz  angesehen und kommentiert: Ein Anwaltsehepaar richtet ein Sturmgewehr und eine Handfeuerwaffe auf Demonstranten, die auf dem Weg sind zu einer zum Protestveranstaltung vor das dem nahegelegenen Haus der Bürgermeisterin von St .Louis. Die Situation eskaliert.

Aufgezeichnet und veröffentlicht von dem Fotojournalisten Daniel Shular über Twitter, ging der Vorfall schnell viral – und wurde zu einem Politikum. Selbst der Präsident retweetete die Nachricht von dem Ereignis, allerdings ohne sie zu kommentieren.

Der Mann mit dem Sturmgewehr und seine Frau sind Mark und Patricia McCloskey, beide auf Personenschaden und Schmerzensgeld spezialisierte Anwälte – die sich schnell zu rechtfertigen wussten:

Mark McCloskey, Anwalt

“Es war wie der Sturm auf die Bastille. Das Tor kam ging auf  herunter und eine gewaltige riesige Gruppe anvon wütenden Menschen kam durch. Ich war außer mir vor Angst und dachte, wir würden in den nächsten Sekunden ermordet werden, dass unser Haus in Flammen gesetzt und unsere Haustiere getötet werden.”

Die Stadt St Louis im mittleren Westen gehört zu den gewalttätigsten der USA. Das Ehepaar McCloskey residiert hier im  vornehmen Stadtteil Central West End, in Portland Place, einer gated community. Im Bundesstaat Missouri gilt die sogenannte “Castle Doctrine” – sChSchloss-Doktrin.  – dieDiese erlaubt  den Einsatz von möglicherweise tödlicher Waffengewalt zur Verteidigung des eigenen Besitzes erlaubt. Wer sein “Schloss” auf diese Art verteidigt, muss sich allerdings tatsächlich bedroht fühlen. Mit ihrem ersten Statement kamen die McCloskeys dieser Forderung nach.

Ihr “Schloss”” hat das Ehepaar McCloskey vor zwei Jahren der lokalen Presse präsentiert. Mittlerweile hat das Ehepaar sogar ihre Firmenwebseite vorübergehend gelöscht ihre Firmen-Webseite vorübergehend gelöscht – und sich über ihren Anwalt mit den Black Lives Matter-Aktivisten solidarisch erklärt. Die Staatsanwältin der Stadt St Louis ermittelt in dem Fall :

“Wir müssen das Recht auf friedlichen Protest schützen, und jeder Versuch, diesen durch Einschüchterung oder der Androhung tödlicher Gewalt zu unterdrücken, wird nicht toleriert”, erklärte sie in einem Statement.

Die Gruppe von Demonstranten hatte ursprünglich den Rücktritt der demokratischen Bürgermeisterin Lyda Krewson gefordert.  Diese hatte sich mit einer umstrittenen dieser Aktion den Ärger der Bürger zugezogen:  In einem – mittlerweile gelöschten, aber im Internet kursierenden Video – liest sie öffentlich Namen und Adressen von Menschen vor, die die gefordert hatten, der örtlichen Polizei die Finanzierung zu entziehen.

Ob die Demonstranten das Tor zur Privatstraße der Ggated cCommunity aufgebrochen hatten oder es bereits offen war – lässt lassen sich aus den Aufnahmen nicht erkennen. Die Protestierenden gaben an, niemanden bedroht zu haben, ihnen soll es lediglich um zivilen Ungerhorsam gegangen sein.

Die Reaktionen auf den Vorfall von St. Louis zeigen deutlich, wie gespalten die US-Gesellschaft ist im Wahljahr 2020. Ein konservativer sSocial- mMedia-Berater kommentiert wohlwollend den Einsatz der McCloskeys: “Ein ikonisches Bild – so wird es aussehen, wenn man der Polizei die Finanzierung entzieht.”

Fest steht: Der Fall von St. Louis wird so schnell nicht vergessen sein. Und die Bilder von den mit Waffen drohenden Bürgern leider auch nicht.


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