Hackerangriffe: Russland will EU-Sanktionen “spiegelbildlich” erwidern

Die Regierung in Moskau hat angekündigt, Strafmaßnahmen der Europäischen Union wegen mehrerer mutmaßlicher Hackerangriffe aus Russland mit eigenen Sanktionen zu beantworten. Solch ein unfreundlicher Akt dürfe natürlich nicht unbeantwortet bleiben, teilte das russische Außenministerium mit. “Wie immer wird das in der Diplomatie ‘spiegelbildlich’ sein.”

Konkret geht es um vier russische Spezialisten. Die EU wirft ihnen einen versuchten Cyberangriff auf die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen in Den Haag vor. Zudem sind das Hauptzentrum für Spezialtechnologien des russischen Militärgeheimdiensts GRU sowie zwei mutmaßliche Mitglieder der chinesischen Hackergruppe APT10 gelistet. Die Strafmaßnahmen sehen vor, dass die EU nun Vermögenswerte einfrieren kann. Zudem gelten EU-Einreiseverbote.

Auch die chinesische Regierung kritisierte die Entscheidung der EU. Man sei “tief besorgt” über die Sanktionen, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin. Die Nachverfolgung von Cyberangriffen sei hochkomplex und heikel. Auch habe die EU selbst gesagt, die Maßnahmen zielten nicht auf ein bestimmtes Land. China hoffe, dass die EU und ihre Mitglieder “nicht zu strafenden oder konfrontativen Maßnahmen greifen”. Das Land sei selbst eines der Opfer von Cyberattacken.

Icon: Der Spiegel


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