Frans Timmermans zum EU-Klimaschutz: “Ausnahmen für einzelne Länder kann es nicht geben”

SPIEGEL: Herr Vizepräsident, die Kommission will die Treibhausgasemissionen der EU bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 um 55 Prozent senken. Bisher waren nur 40 Prozent geplant. Viele in Europa halten das für zu radikal, die deutsche Autoindustrie gar für existenzgefährdend. Übertreiben Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Sie es mit dem Klimaschutz?

Timmermans: Die EU soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden – das hat nicht die Kommission verordnet, darauf haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU im vergangenen Dezember geeinigt. Entscheidend ist deshalb, ob uns die Senkung der Emissionen um 55 Prozent auf den richtigen Weg bringt, dieses Ziel zu erreichen. Und das tut sie.

SPIEGEL: Als Kommissionspräsidentin von der Leyen vor einem Jahr ihre Klimaziele vorgestellt hat, war die Senkung von 55 Prozent bis 2030 die Obergrenze. Von einer Corona-Pandemie ahnte damals niemand etwas. Ist es wirklich richtig, jetzt, mitten in der globalen Wirtschaftskrise, jetzt, wo viele Menschen um ihre Arbeitsplätze fürchten, dieses Maximalziel zu setzen?


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