Euro profitiert von Corona-Krise: Die Reifeprüfung

Die Corona-Pandemie kennt nicht allzu viele Gewinner, doch einer steht schon fest: der Euro. Seitdem die Seuche im Februar begann, sich global auszubreiten, hat Europas Gemeinschaftswährung kräftig an Wert gewonnen. Ihr Wechselkurs stieg nach Berechnungen der EU-Kommission im Schnitt um 7,5 Prozent gegenüber einer ganzen Reihe von Währungen: dem US-Dollar, dem japanischen Yen, dem britischen Pfund, aber auch Währungen von Schwellenländern.

Europa hat in der Krise vieles richtig gemacht, das zeigt sich in der Stärke seiner Währung. Im Vergleich zu den USA ist die EU bislang gut durch die Pandemie gekommen. Präsentierten sich die Europäer in den vergangenen Jahren oft als hoffnungslos zerstrittener Haufen, vereinbarten sie diesmal in Rekordgeschwindigkeit ein 750 Milliarden Euro schweres Rettungspaket, um der Krise zu trotzen. An den Finanzmärkten hinterließ das Eindruck.

Doch der starke Euro hat auch eine Kehrseite, Europas Unternehmen bereitet er zunehmend Sorge. Denn die Aufwertung könnte zur Belastung für den zarten Aufschwung nach der Coronakrise werden. Europäische Produkte werden auf den Weltmärkten teurer, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sinkt. Vor allem Deutschland ist betroffen, seine Wirtschaft hängt stärker vom Export ab als die der meisten Nachbarländer.


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