EU streicht Cayman Islands von Liste der Steueroasen

Die britischen Cayman Islands und das Sultanat Oman befinden sich nicht mehr auf der schwarzen Liste der Steueroasen. Das teilte der EU-Rat mit. Die beiden Gebiete haben demnach die geforderten steuerpolitischen Reformen umgesetzt. Gleichzeitig entschieden die EU-Mitgliedstaaten, die britische Karibikinsel Anguilla und den Inselstaat Barbados neu auf die Liste zu setzen. Diese erfüllten internationale Standards zur Steuerpolitik nicht oder nur teilweise.

Fortan stehen nun zwölf Länder auf der schwarzen Liste der EU. Dies sind neben Anguilla und Barbados die Amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa, Fidschi, Guam, Palau, Panama, Samoa, die Seychellen, Trinidad und Tobago sowie Vanuatu.

Die Cayman Islands waren erst im Februar direkt nach dem Brexit auf die Liste gesetzt worden. Bis dahin war es nicht möglich gewesen, diese aufzunehmen, weil sie als britisches Überseegebiet Teil der EU gewesen waren. Dass keine Gebiete der Europäischen Union auf der Liste stehen dürfen, ist seit Jahren ein zentraler Kritikpunkt.

Die Organisation Oxfam kritisierte auch die Entscheidung zu den Cayman Islands. Die Inselgruppe in der Karibik seien “eines der berüchtigtsten Steuerparadiese der Welt”. Der Beschluss sei “ein weiterer Beweis”, dass das Vorgehen der EU gegen Steueroasen nicht funktioniere.

EU setzt auf Prangerwirkung

Die EU hatte Ende 2017 ihre Gangart gegen Steuerparadiese verschärft. Auslöser waren Enthüllungen wie die sogenannten Panama und Paradise Papers. Die Europäer setzen mit ihrer schwarzen Liste auf eine Prangerwirkung und versuchen gleichzeitig, die Länder und Gebiete durch politischen Druck zur Änderung ihrer Steuergesetzgebung zu bewegen. Sanktionen gegen unkooperative Länder sind nur in beschränktem Umfang möglich.

Icon: Der Spiegel


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