Abstimmung über EU-Agrarpolitik: Der 387 Milliarden Euro-Deal

Im vergangenen Jahr gingen 17.683 Euro auf Peter Jahrs Konto ein – Subventionen der EU. Im Jahr zuvor 14.158 Euro. Zwei Firmen, bei denen er Gesellschafter ist, bekamen im gleichen Zeitraum mehr als 200.000 Euro. Jahr ist im Nebenberuf Landwirt, er hat einen Hof in Lunzenau, Sachsen, betreibt Rinderzucht und Ackerbau – und bekommt dafür Geld aus Brüssel, wie Tausende andere Landwirte auch. Viele von ihnen kämen ohne diese Überweisungen gar nicht über die Runden. 

Jahr macht aus den Zahlungen kein Geheimnis. Auf seiner Website veröffentlicht er sogar seine Steuererklärung. Es gibt einen guten Grund für diese demonstrative Transparenz: Im Hauptberuf ist Peter Jahr nämlich Politiker. Für die CDU sitzt er in Brüssel im Europaparlament. Eines seiner Themen: Landwirtschaftspolitik.

Wenn in dieser Woche in Brüssel im Parlament über die Verteilung von 387 Milliarden Euro an Agrargeldern abgestimmt wird, etwa ein Drittel des gesamten EU-Haushalts, wird Jahr nicht nur seine Stimme abgeben. Er wird dann besser als die meisten anderen wissen, was zur Abstimmung steht, weil er es mitverhandelt hat. Wichtige Änderungsanträge auf einem gemeinsamen Papier der drei größten Fraktionen laufen auf seinen Namen.


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