EU-Landwirtschaft: Interview mit Martin Häusling von den Grünen

SPIEGEL: Herr Häusling, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat unter anderem mit ihrem Green Deal die Weichen für eine ambitionierte Ökologisierung der EU gestellt. Wie finden sich diese Ziele in der Reform der gemeinsamen Landwirtschaftspolitik (GAP) wieder, die derzeit beschlossen wird? 

Häusling: Gar nicht. Im Gegenteil: Alles deutet darauf hin, dass die jetzige GAP noch weniger nachhaltig wird als die bislang geltende. Statt die Direktzahlungen endlich an Umweltleistungen der Bauern zu binden, zahlt man 60 Prozent des 387-Milliarden-Euro-Budgets bis fast 2027 alleine für den Besitz von Flächen. Der Großteil der Umweltleistungen soll nicht verpflichtend werden, sondern bleibt vorwiegend freiwillig. Ich empfinde das als einen Betrug am Steuerzahler.

SPIEGEL: Muss sich der neue Vorschlag nicht an den neuen, erklärten Ökozielen der Kommission orientieren?

Häusling: Frau von der Leyen und ihr Agrarkommissar Janusz Wojciechowski haben es versäumt, einen neuen, überarbeiteten Vorschlag vorzulegen. Wir stimmen über den alten ab, der vor dem Green Deal vom damaligen Kommissar ausgearbeitet wurde.  Das ist absurd.


About the Author



Back to Top ↑