Brexit: Bei einem No Deal drohen Superstaus rund um den Hafen von Dover

Am Anfang läuft die Maschinerie noch reibungslos. Die “Spirit of France” legt an im Hafen von Dover, der Bauch der Fähre öffnet sich, ein Lkw-Konvoi schlängelt sich hinaus. Keine vier Minuten kurven die vorderen Laster über die vierspurige Hafenausfahrstraße, vorbei an unbesetzten Zollstationen. Dann sind sie schon auf der Autobahn.

Doch weiter hinten geht plötzlich nichts mehr voran. Dutzende 30- und 40-Tonner stauen sich mit laufendem Motor hinter der Unfallstelle. Ein roter und ein grauer Lastwagen stehen in der vorletzten Kurve der Ausfahrt. Sie sind aneinandergeratscht, zu eng nebeneinander eingebogen.

Den Fahrern ist nichts passiert, aber Blechteile liegen auf der Straße, die Polizei muss den Schaden aufnehmen. Und die Kolonne dahinter staut sich schon bald zurück in die Bäuche von drei Fähren – die laut Plan neue Laster aufnehmen müssten, für die Rückfahrt nach Frankreich. In die EU.

Bis zu 10.000 Lkw pro Tag

Der Port of Dover ist die Lebensader des Vereinigten Königreichs. Und das Nadelöhr seiner Güterversorgung. Bis zu 10.000 Lkw werden hier an Spitzentagen durchgeschleust. Beladen mit Tomaten aus Spanien, Kugellagern aus Franken oder Lachs aus Schottland: Waren im Wert von rund 120 Milliarden Pfund (132 Milliarden Euro) per annum.


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