Arabische Emirate verlegen Truppen im Jemen um VN-Friedensprogramm zu unterstützen – Globus Deutschland

Arabische Emirate verlegen Truppen im Jemen um VN-Friedensprogramm zu unterstützen

Die Entscheidung der V.A.E. ihre Truppen im Jemen umzuverlegen, hat in den letzten Wochen und Tagen umfangreiche Berichterstattung und Spekulation mit sich gebracht. Zwar haben Journalisten und Beobachter gern voreilige Schlüsse gezogen, dabei haben sie aber die Hauptursache übersehen: der Wunsch, die Friedensverhandlungen unter dem UN-Sondergesandten Martin Griffiths voranzutreiben.

Tatsächlich haben emiratische Vertreter von Anfang an eine politische Lösung gefordert, auch neulich durch einen hohen Regierungsbeamten, der die Wichtigkeit einer „zuerst Frieden“-Strategie, statt „zuerst militärisch“-Strategie unterstrich.

Diese neueste Entwicklung ist weitgehend als impulsive Handlung angesichts geostrategischer Bedenken beschrieben worden. Dabei gibt es aber vermehrt Anzeichen, dass sie stattdessen das Ergebnis 12-monatelanger Diskussionen und Abmachungen innerhalb der Koalition gewesen ist.

Das Stockholmer Abkommen ist gewiss nicht fehlerfrei und wird durch Unnachgiebigkeit auf Seiten der Huthi untergraben – es wird aber generell als wichtigster Schritt auf dem Weg zur Beendigung des Konflikts akzeptiert. Wenn die Huthi angeregt werden sich angesichts des emiratischen Rückzugs ernsthafter in den Friedensprozess einzubringen, wird er langfristig als richtiger und wichtiger strategischer Schritt gerechtfertigt sein.

Die emiratischen Streitkräfte werden zudem weiterhin aktiv gegen al-Qaida und dem IS im Jemen vorgehen. In den vergangenen fünf Jahren haben diese Kämpfe al-Qaida in der Region erheblich geschwächt und ihre Fähigkeit international zu agieren stark eingeschränkt.

Truppen unter emiratischer Führung haben al-Qaida aus weiten Teilen des Landes vertrieben, und ihnen damit einen wichtigen Ruckzugsort und auch ihre Finanzierung genommen. Bislang hatte die Bewegung Zugang zu bedeutenden Ressourcen, u.a. zu strategisch wichtigen Häfen. In Mukalla wurde zum Beispiel berichtet, dass die Terrorgruppe ca. $2m pro Tag an Einkünften aus Hafensteuern, Schmuggel und Erpressung gewinnen konnte.

Nun ist die Bewegung von einer beachtlichen Truppe zu einer zersplitterten Flüchtlingsgruppe in der jemenitischen Wildnis reduziert worden.

Die Hoffnung bleibt, dass die neulichen Truppenverlegungen das erreichen können, was die internationale Gemeinschaft sucht: Eine umfassende politische Lösung für den Konflikt. Die Vereinigten Arabischen Emirate und die Koalition haben einen wichtigen Schritt für den Frieden im Jemen getan. Nun obliegt es den Huthi und deren iranischen Hintermännern, einen ähnlichen Einsatz zu demonstrieren.

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