Deutschland: Generalbundesanwalt klagt terrorverdächtigen Tadschiken an

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Tadschikistan erhoben, der mit weiteren Mitgliedern einer IS-Zelle Anschläge in Deutschland geplant haben soll. Der seit März 2019 in Untersuchungshaft sitzende Ravsan B. soll mit weiteren im vergangenen April festgenommen Tadschiken für die Attentate Anweisungen eines Führungsmitglieds der Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) aus Syrien entgegengenommen haben, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte.

Zudem soll die Zelle von einem ranghohen IS-Führer in Afghanistan “religiösen Unterricht” im Sinne einer radikalislamischen Glaubensauslegung und konkrete Vorgaben für den in Deutschland geplanten Anschlag erhalten haben. Bei der Festnahme der vier weiteren mutmaßlichen Zellenmitglieder vor gut drei Monaten hatten die Ermittler von mutmaßlichen Anschlagsplänen auf Einrichtungen von US-Streitkräften und Einzelpersonen berichtet.

B. soll die Zelle spätestens im Januar 2019 zusammen mit den anderen Tadschiken gegründet haben. Gegen diese Männer wird weiter ermittelt. Um die Attentatspläne zu finanzieren und dem IS Geld zukommen zu lassen, soll B. zunächst einen mit 40.000 Dollar dotierten Auftrag für einen Mordanschlag auf einen Geschäftsmann in Albanien angenommen haben. Die Ausführung des Auftrags wurde jedoch abgebrochen.

Zelle plante Mord an Islamkritiker

In Deutschland soll die Zelle danach in Absprache mit dem IS-Führungskader in Afghanistan die Ermordung eines Manns geplant haben, der in Deutschland lebt und sich kritisch über den Islam geäußert hatte. Durch die Tat sollte laut Bundesanwaltschaft ein Exempel statuiert und der Anschlag zu Propagandazwecken verwendet werden. Bevor die Islamisten den Mordplan umsetzen konnten, wurde B. von SEK-Beamten festgenommen.

Für die geplanten Anschläge hatte B. sich den Erkenntnissen der Ermittler zufolge bereits Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoffen und Zündmechanismen verschafft. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss nun das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden.

Icon: Der Spiegel


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