Rechtes Netzwerk lockt Gleichgesinnte nach Kanada: Elche, Bären, Eva Herman

Auch im Paradies könne es “verdammt kalt” werden, sagt ein deutscher Geschäftsmann, der schon seit mehr als 20 Jahren in Nova Scotia lebt. Im Winter würden die Temperaturen immer wieder unter minus 25 Grad Celsius fallen. Das von Maklern gern bemühte Argument, dass die Provinz an der Ostküste Kanadas auf dem Breitengrad von Südfrankreich liege, ringe Ortskundigen wie ihm nur ein müdes Lächeln ab.

Ein Paradies ist Nova Scotia also vor allem für Menschen, die die Kälte nicht scheuen und das Leben unter freiem Himmel lieben, die Elche oder Bären jagen und große Mengen Fisch angeln wollen. Als besonders naturbelassen gilt dabei jener Teil der Provinz, der in den vergangenen Jahren zu einem Hotspot deutscher Emigranten und Immobilienspekulanten geworden ist, die Insel Cape Breton ganz im Norden.

Seit einiger Zeit, so ein Geschäftsmann, siedelten sich in Cape Breton “deutsche Staatsbürger mit braunem Gedankengut” an.

Ein Damm mit einer Drehbrücke verbindet das Festland Nova Scotias mit der Insel, die viermal so groß wie das Saarland ist, aber nur etwa 130.000 Einwohner zählt. Die spärliche Besiedlung und der herbe Charme des felsigen und von großen Wäldern bestandenen Eilands machen offenbar die besondere Attraktivität Cape Bretons aus. “Wenn drei Autos an einer roten Ampel warten”, sagt ein Kenner der Insel, “dann ist das hier schon Stau.”


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