Streit um Münchner Flughafen: Landrat Petz und der Ultrafeinstaub

Im Bundesligafußball oder in der Dirigentenbranche würde man von einem Transfercoup schwärmen, in der Lokalpolitik läuft so etwas geräuschloser ab: Zu den bayerischen Kommunalwahlen im März fragten die Freien Wähler einen bis dato parteilosen Richter am Bundesverwaltungsgericht, ob er sich vorstellen könne, im Kreis Freising, vor den Toren Münchens, für den Job des Landrats zu kandidieren. Helmut Petz konnte.

Mehr als ein Jahrzehnt lang hatte er, der Sohn einer Freisingerin, im 4. Revisionssenat des höchsten deutschen Verwaltungsgerichts gesessen, für einen Juristen eine Topadresse. Und dennoch für Petz, 63, eine Aufgabe mit beschränkten Möglichkeiten: “Ein Richter entscheidet immer nur nach einem Kriterium: rechtmäßig oder rechtswidrig?”

Als Behördenchef und Politiker hingegen könne er gestalten, seine “politischen Anliegen” einbringen – darunter viele Umweltthemen wie die Schadstoffemissionen und den Expansionswillen des Flughafens München, der zum Großteil im Kreis Freising liegt. Im Wahlkampf hatte Petz versprochen, dass mit ihm die seit Jahren geplante dritte Start- und Landebahn nicht kommen werde. Er siegte bei der Stichwahl gegen den Kandidaten der CSU.


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