
2G+ in einem Berliner Restaurant: Wie lange gelten die Regelungen noch?
Foto: Soeren Stache / dpa
Dänemark hat alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Das befeuert auch die Debatte über Lockerungen der Maßnahmen hierzulande. Bundesjustizminister Marco Buschmann stellte die Rücknahme vieler Schutzmaßnahmen für März in Aussicht. »Ich hoffe, dass im März viele Schutzmaßnahmen zurückgenommen werden können«, sagte der FDP-Politiker der »Rheinischen Post«. Voraussetzung sei, dass wie vom Robert Koch-Institut (RKI) prognostiziert »ab Mitte Februar die Fallzahlen wieder sinken«. Auch dürften nicht kurzfristig neue Virusvarianten auftauchen, die die Lage wieder komplett veränderten.
Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat nun die Marke von 10 Millionen überschritten. Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwochmorgen 10.186.644 Ansteckungen seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Der tatsächliche Wert dürfte deutlich höher liegen, weil viele Infektionen nicht erkannt werden.
AdvertisementDie Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wollen am 16. Februar erneut über Wege aus der Pandemie beraten. Bei der Runde am 24. Januar hatten sich Bund und Länder bereits darauf verständigt, dass Öffnungsperspektiven entwickelt werden sollten für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden könne.
Ein »zu mutiger Schritt«
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) betonte mit Blick auf die Bund-Länder-Runde, dann müsse entschieden werden, wie es weitergehe. »Diese Entscheidung muss vorbereitet sein.« Bovenschulte sagte im ZDF-»heute journal up:date« zugleich: »Da wir im Moment eine stabile Situation in den Krankenhäusern haben, ist es, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, (um) über Lockerungen zu diskutieren – noch nicht: sie umzusetzen.« Das Vorgehen Dänemarks ist für Bovenschulte »ein zu mutiger Schritt«. Man brauche Öffnungsperspektiven, aber »mit angemessener Geschwindigkeit«.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte in der »Welt« noch im Februar Entscheidungen über Öffnungsperspektiven. Die Krankenhausbelegung müsse handlungsleitender Maßstab für die Politik sein. »Es ist ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung. Noch braucht es Maßnahmen wie die Maskenpflicht. Aber wir müssen eine Perspektive vorstellen, Stück für Stück die Einschränkungen des täglichen Lebens zu reduzieren – im Handel, in der Gastronomie, in Kultur, Sport, Freizeit«, sagte der CSU-Politiker.
Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, befürwortete, dass jetzt über Lockerungen diskutiert wird, mahnte aber: »Das heißt aber nicht, dass jetzt Öffnungen erfolgen sollen.« Lockerungen könne es erst geben, wenn der Scheitelpunkt der Omikron-Welle überschritten sei und man sehe, dass die Krankenhäuser nicht überlastet seien. »Im Moment sieht es gut aus«, sagte Gaß der »Rheinischen Post«.
Drosten mahnt zur Zurückhaltung
Ein zurückhaltendes Vorgehen empfiehlt auch der Virologe Christian Drosten. Im Podcast »Coronavirus-Update« bei NDR Info verwies der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag auf den zähen Impffortschritt in Deutschland im Vergleich zu Dänemark. »Deswegen ist eben keine Entwarnung für Deutschland zu geben«, sagte Drosten. Er sehe in den Osterferien eine zeitliche Schwelle und einen »Planungshorizont« für die Entspannung der Corona-Lage. Auch die dann wieder höheren Temperaturen dürften sich senkend auf die Inzidenzen auswirken. Ostern ist in diesem Jahr Mitte April.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst mahnte: »Angesichts der erhofften Entwicklung der Omikron-Variante sind Perspektiven für stufenweise Öffnungen möglich, müssen aber abgesichert werden.« In dem Zusammenhang warnte er den Bund vor einem baldigen Aus von Coronaschutzmaßnahmen. »Wenn der Bundestag nicht handelt, werden mit Ablauf des 19. März alle Maßnahmen zum Schutz gegen das Virus auslaufen, spätestens nach einer einmaligen Verlängerung«, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Verweis auf die entsprechende Befristung im Infektionsschutzgesetz und der nur einmaligen Möglichkeit zur Verlängerung der Maßnahmen um drei Monate. »Dann stünden die Länder und Kommunen faktisch ohne Schutzoptionen da«, warnte Wüst.
Am Dienstag hatte sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits gegen Lockerungen und für maximale Vorsicht ausgesprochen. Er sehe bis mindestens Mitte April keinerlei Chancen für das Ende von Coronabeschränkungen, sagte der grüne Regierungschef. Er könne sich nicht vorstellen, dass es vor Ostern zu Ausstiegsstrategien komme. »Wir brechen keine Debatte über Exitstrategien vom Zaun – das wäre völlig unangemessen und das völlig falsche Signal.«
So habe Baden-Württemberg vor Kurzem erst die Regeln verschärft, sagte er mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Das werde man nicht durch »haltlose Ausstiegsdebatten« konterkarieren. Man werde sich höchstens grundsätzlich und sehr vertraulich darüber unterhalten, wann eine Exitdebatte sinnvoll wäre, sagte









