Fußballstar Joshua Kimmich, 26, hatte lange Bedenken, sich impfen zu lassen. Nach einer Coronainfektion kündigte er im Dezember an, das nachzuholen. Nun hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angeboten, ihn eigenhändig zu impfen. »Ich biete ihm an, dass ich ihn selbst impfe und über alle Risiken aufkläre. Die sind bei einer Nichtimpfung deutlich höher«, sagte Lauterbach der Zeitschrift »Bunte«. Lauterbach sagte, er finde es »großartig«, dass Kimmich sich impfen lassen wolle. »Ich habe ihn nie verurteilt. Der Körper ist sein Kapital, da hatte er Ängste.«
Kimmich hatte in einem ZDF-Interview erklärt: »Generell war es für mich einfach schwierig, mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen, deshalb war ich auch so lange unentschlossen.«
Lauterbach impfte Familie und Freunde
Lauterbach selbst habe auch Freunde und Familie geimpft – »allen voran meine Tochter, weil sie das wollte«, erzählte Lauterbach. Der für ihn persönlich berührendste Moment sei aber gewesen, als seine 86 Jahre alte Mutter geimpft worden sei. »Sie kommt aus einer Generation, die Impfen für einen Segen hält und noch Krankheiten wie Kinderlähmung kannte.«
Auch in sozialen Brennpunkten habe er Menschen aus einem Bus heraus gegen das Coronavirus geimpft. »Ein Politiker, der nicht in die Praxis geht, obwohl er es kann, macht was falsch«, sagte der Mediziner. Eine allgemeine Impfpflicht würde aktuelle Konflikte befrieden, glaubt der Gesundheitsminister. »Es gibt dann keinen Anlass mehr, auf die Straße zu gehen«, sagte Lauterbach.