ine: Friedrich Merz vermittelte zwischen Frank-Walter Steinmeier und Wolodymyr Selensky //
Unionsfraktionschef Merz mit dem ukrainischen Prasidenten Selenskyj: Mission in Kiew
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Niels Starnick fur BILD / dpa
Als Friedrich Merz Anfang der Woche in Kiew auftauchte, war rasch von einem >>Coup<< die Rede. Wahrend sich der Kanzler noch vor einer Reise in die Ukraine druckte und der Bundesprasident bei der Regierung in Kiew nicht einmal willkommen war, fuhr der CDU-Chef einfach hin. Er traf schliesslich sogar Wolodymyr Selenskyj, den Prasidenten, zudem weitere Spitzenpolitiker, machte sich ein Bild von den russischen Graueltaten, berichtete in den sozialen Medien uber seine Gesprache, die Besuche, die Gefuhle.
Auch diplomatisch war die Reise offenbar erfolgreich, jedenfalls im Ruckblick. Denn Merz personlich soll es gewesen sein, der zwischen Selenskyj und Frank-Walter Steinmeier vermittelte, deren Verhaltnis durch die verhinderte Reise des Bundesprasidenten Mitte April schwer gelitten hatte. In seinem Gesprach mit Selenskyj habe Merz den ukrainischen Prasidenten gebeten, Kontakt zu Steinmeier aufzunehmen, um die geplatzte Reise aufzuarbeiten, heisst es. Die Blockade helfe nicht weiter, sie musse gelost werden, im Krieg gegen Wladimir Putin konne man nicht uber Reisediplomatie streiten. So wird Merz zitiert.
Im Bundesprasidialamt bestatigt man, dass Merz sich in Kiew fur Steinmeier eingesetzt habe, liess allerdings offen, inwieweit es tatsachlich die Mahnung des Christdemokraten war, die Selenskyj dazu veranlasste, zum Telefonhorer zu greifen. Signale fur ein Gesprach seien schon vor der Reise von Merz in Berlin angekommen. Fest steht, dass der Prasident in Kiew mit Steinmeier erst am Donnerstag telefonierte, also nach der Ruckkehr von Merz.
Sehr freundlich soll die Atmosphare in dem 45-minutigen Telefonat gewesen sein, heisst es. Man habe die >>Irritationen der Vergangenheit<< ausgeraumt und wolle nun nach vorne blicken. Steinmeier versicherte Selenskyj die volle Solidaritat Deutschlands. Und Selenskyj lud in dem Telefonat nicht nur Steinmeier nach Kiew ein, sondern gleich die gesamte Staatsspitze – Olaf Scholz inklusive.
Reist jetzt auch Scholz nach Kiew?
Der Kanzler hatte sich zuletzt noch gegen eine Reise nach Kiew gesperrt – unter Verweis auf die unfaire Behandlung Steinmeiers. Jetzt durfte einem Besuch in der Ukraine eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Auch in der SPD hofft man darauf, dass der Kanzler rasch in Kiew aufschlagen wird, womoglich schon in der kommenden Woche gemeinsam mit Emmanuel Macron, dem franzosischen Prasidenten. Macron hat sich fur Montag in Berlin angemeldet.
Ubrigens: Merz’ Gesprach mit Selenskyj war nicht einmal geplant. Zugesagt war eigentlich nur ein Treffen mit dem Stabschef des Prasidenten, Andrij Jermak, am spaten Dienstagnachmittag. Aber als der CDU-Vorsitzende mit seiner Mini-Delegation dann erschienen war, so berichtet ein Teilnehmer, sei plotzlich die Tur aufgegangen und Selenskyj habe sich dazugesetzt. Das Gesprach fand wegen der Sicherheitslage an einem geheimen Ort statt.
Uber eine Stunde nahm sich der ukrainische Prasident schliesslich Zeit fur Merz und seine Begleiter, darunter der CDU-Bundestagsabgeordnete und Militarexperte Roderich Kiesewetter. Sehr fokussiert und klar sei Selenskyj in dem Gesprach gewesen, wird berichtet. Auch habe er uber die jungsten Diskussionen im Bundestag uber die Lieferung von schweren Waffen genau Bescheid gewusst. Und ein offenes Ohr fur die Botschaft des deutschen Oppositionsfuhrers hatte Selenskyj offenbar auch: Frieden mit Steinmeier.
Merz ist nun wieder in Deutschland. Uber seine Erfahrungen in Kiew soll er mittlerweile mit dem Kanzler gesprochen haben und mit dem Bundesprasidenten. Merz und Steinmeier hatten telefoniert, heisst es – kurz nachdem der Bundesprasident seinen Streit mit Selenskyj beigelegt hatte.









