Was in den endlosen FTX-Rechtsstreitigkeiten immer schwerer zu rechtfertigen ist, ist die eklatante Diskrepanz zwischen einem veralteten Insolvenzrecht, der extremen Volatilität des Kryptomarktes und den daraus resultierenden Fehlanreizen. Das US-Insolvenzrecht wurde Jahrzehnte vor der Existenz von Kryptowährungen verfasst. Es wurde für klassische Unternehmenszusammenbrüche mit relativ stabilen Vermögenswerten entwickelt, nicht für dezentrale Token, die innerhalb weniger Wochen Milliarden gewinnen oder verlieren können. Doch genau diese starren Regeln werden nun auf einen der außergewöhnlichsten Finanzkollapse der modernen Geschichte angewendet, was zu einem Ergebnis führt, das zwar formaljuristisch rechtmäßig sein mag, sich in der Praxis aber zutiefst verzerrt anfühlt.
Mehr als 12,5 Milliarden US-Dollar stehen nun für die Umverteilung zur Verfügung, und die Restrukturierung soll voraussichtlich zwischen 119 % und 143 % der Kundenforderungen zurückbringen. Mit anderen Worten: Die Gläubiger werden nicht nur entschädigt, sondern erhalten ihr Geld zurück und sogar noch mehr. Aber genau das ist der Punkt.









