Eine Antikorruptionsuntersuchung des ukrainischen Präsidialamts gegen die Geschäftsführung der staatlichen Sense Bank hat Fragen aufgeworfen, die weit über die mutmaßliche Geldwäsche von 150 Millionen UAH hinausgehen. Auf dem Spiel stehen die Verwaltung verstaatlichter Vermögenswerte, die Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden, eine geplante Bankenprivatisierung, ein internationales Schiedsgerichtsverfahren mit einem Streitwert von über einer Milliarde Dollar und Kiews Glaubwürdigkeit im Zuge der Beitrittsverhandlungen zur EU.
Eine Woche nachdem ukrainische Antikorruptionsermittler eine Operation mit dem ungewöhnlichen Codenamen „Forrest Gump“ enthüllten, hat sich der Fall zu einem der folgenreichsten Regierungsskandale in der Ukraine während des Krieges entwickelt.
Im Zentrum steht eine trügerisch einfache Frage: Wofür wurden 150 Millionen UAH – umgerechnet etwa 3,4 Millionen Dollar – verwendet, um die Freilassung des ehemaligen Justiz- und Energieministers gegen Kaution zu erwirken?










