Bundesprasident Frank-Walter Steinmeier hat erstmals eigene Fehler und Irrtumer in der Politik gegenuber Russland eingeraumt. >>Mein Festhalten an Nord Stream 2, das war eindeutig ein Fehler. Wir haben an Brucken festgehalten, an die Russland nicht mehr geglaubt hat und vor denen unsere Partner uns gewarnt haben<<, sagte er in Berlin.
Eine bittere Bilanz sei auch: >>Wir sind gescheitert mit der Errichtung eines gemeinsamen europaischen Hauses, in das Russland einbezogen wird. Wir sind gescheitert mit dem Ansatz, Russland in eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur einzubinden.<<
Steinmeier war in den vergangenen Tagen dafur kritisiert worden, dass er sich bislang nicht zu eigenen Fehleinschatzungen insbesondere in seiner Zeit als Aussenminister geaussert habe. Nun sagte er, die Verantwortung fur den Krieg liege bei Kremlchef Wladimir Putin. >>Die sollten wir nicht auf uns ziehen. Das heisst aber nicht, dass wir nicht einiges zu uberdenken haben, wo es unsererseits Fehler gegeben hat.<<
>>Keine Ruckkehr zum Status quo<<
Seine Einschatzung sei gewesen, dass Putin nicht den kompletten wirtschaftlichen, politischen und moralischen Ruin seines Landes fur seinen imperialen Wahn in Kauf nehmen wurde. >>Da habe ich mich, wie andere auch, geirrt.<>keine Ruckkehr zum Status quo vor dem Krieg geben<<.
Am Wochenende hatte der Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, Steinmeier unter anderem vorgeworfen, >>ein Spinnennetz der Kontakte mit Russland geknupft<< zu haben. Der Bundesprasident habe eine mehr als nur bedenkliche politische Nahe zu Russland.